Pressemitteilungen

iaf 2022 in Münster eröffnet

Unter dem Leitmotto „Track to the Future” wurde heute in Münster die 28. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf) eröffnet. Mehr als 140 internationale Aussteller präsentieren Tausenden Besucher/-innen aus über 60 Ländern neue und innovative Produkte und Dienstleistungen. Als besonderes Highlight begrüßen die Organisatoren in diesem Jahr Polen als Gastland. Damit würdigt der Verband die positive Entwicklung der polnischen Eisenbahninfrastruktur und die geplanten Modernisierungsschritte in den kommenden Jahren.

VDEI-Präsident Dr. Thomas Mainka begrüßte im Rahmen der Eröffnung die Ehrengäste, Aussteller/-innen und Besucher/-innen. „Ich freue mich, dass so viele von Ihnen der Messe die Treue gehalten haben und durch ihre Teilnahme zum Erfolg der iaf beitragen. Es erfüllt mich zudem mit Stolz, dass es auch dieses Mal wieder viele beeindruckende Weltpremieren auf der Messe zu sehen gibt“, so Mainka.

Bundesregierung will Verkehrsträger Schiene stärken

Im Anschluss an die Begrüßung wandte sich Michael Theurer, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und Digitales und Beauftragter der Bundesregierung für den Schienenverkehr, stellvertretend für den Schirmherrn der Messe, Bundesminister für Digitales und Verkehr, Dr. Volker Wissing, an die Gäste. Er unterstrich dabei das Ziel der Bundesregierung, den Verkehrsträger Schiene zu stärken und als nachhaltiges und zukunftssicheres Verkehrsmittel zu etablieren. Dafür seien drei Handlungsfelder von besonderer Bedeutung: eine leistungsfähige, resiliente Infrastruktur, Innovationen sowie engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte.

Budgetmittel für Bahnausbau und kürzere Entscheidungswege

Der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, zeigte sich erfreut, dass sich die iaf als größte Messe im MCC Halle Münsterland, auch in diesem Jahr zu dem Standort bekannt hat. Er betonte zudem die Wichtigkeit, das Transportsystem umzustellen und fit für die Zukunft zu machen. Eine besondere Rolle komme dabei der Bahn zu. Lewe mahnte, dass dafür zum einen ausreichend Budget für den Ausbau der Bahn bereitgestellt werden müsse, zum anderen aber auch die Entscheidungswege für Bauprojekte kürzer werden müssten.

Die Zukunft gemeinsam aufbauen

Als Vertreter des Gastlandes Polen richtete Jacek Biegała vom Generalkonsulat der Republik Polen in Köln Grußworte an die Gäste. Er legte darin besonderes Augenmerk auf die besonderen Beziehungen und die gute Nachbarschaft zwischen Polen und Deutschland. Diese sei vor allem in den vergangenen dreißig Jahren sehr eng gewesen. Biegała appellierte an die beiden Länder, „die Zukunft gemeinsam aufzubauen.“

Polnischer Ingenieurverband SITK will internationale Zusammenarbeit und Vernetzung intensivieren

Polen stand im Anschluss auch im Mittelpunkt der Rede von Jacek Paś, dem Präsidenten des polnischen Ingenieurverbandes Stowarzyszenie Inżynierów i Techników Komunikacji Rzeczpospolitej Polskiej (SITK). Paś ging besonders auf die Bedeutung der Werte seines Verbandes ein: Freundlichkeit, Inspiration und Freundschaft. Angesichts der jüngsten Ereignisse in der Ukraine und den damit verbundenen Herausforderungen für die polnische Eisenbahn sehe sich der Verband darin bestärkt, diese Werte noch stärker zu leben und künftig die internationale Zusammenarbeit und Vernetzung weiter zu intensivieren und zu fördern. Dazu biete gerade die iaf eine ausgezeichnete Gelegenheit, die der SITK gerne ergriffen habe.

Sennhenn stellt Konzernstrategie „Die Starke Schiene“ vor

Den Impulsvortrag im Rahmen der Eröffnung hielt Frank Sennhenn, der Vorstandsvorsitzende der DB Netz AG. Sennhenn stellte die Konzernstrategie „Die Starke Schiene“ in den Mittelpunkt seines Vortrages. Drei darin enthaltene Ziele hob er besonders hervor:

  • Verdoppelung der Reisenden im Schienenpersonenverkehr
  • Ausbau des Marktanteils des Schienengüterverkehrs auf 25%
  • Steigerung der Betriebsleistung im deutschen Netz um +350 Millionen Trassenkilometer

Obwohl die Kapazitätsnachfrage grundsätzlich abgedeckt werden könnte, sinke die real zur Verfügung stehende Nennleistung durch drei kapazitätsreduzierende Treiber unter die Nachfrage. Um hier entgegenzuwirken wurde ein Maßnahmenprogramm ausgearbeitet. Verluste durch eine nicht optimale Infrastruktur sollen durch kleine und mittlere Maßnahmen reduziert werden. Durch das Betriebsprogramm ausgelöste Kapazitätsreduktionen sollen durch Optimierungen bei der Fahr- und Kapazitätsplanung verringert werden. Um das Grundstörniveau zu reduzieren solle das Präventionsprogramm künftig erweitert werden.

Gemeinsam mit einer ganzheitlichen Betrachtung des Infrastrukturzustandes solle das Präventionsprogramm zu einer höheren Zuverlässigkeit des Bahnnetzes führen. Als besondere Herausforderung nannte Sennhenn, die Vergabemengen hochzuhalten und Preisanstiege auszugleichen sowie kapazitätsschonendes Bauen zu verstärken.

Verleihung des VDEI-Förderpreises 2022 an Dr. Chongjie Kang

Nach dem Impulsvortrag von Frank Sennhenn erfolgte die Übergabe des mit €3.000,- dotierten VDEI-Förderpreises an Dr. Chongjie Kang für seine Doktorarbeit zum Thema „Verifizierung des Schienenwiderstands unter Berücksichtigung der Gleis-Tragwerkinteraktion“. Diese Arbeit wurde von den unabhängigen Juroren mit jeweils 17 von 18 möglichen Punkten bewertet.

In seiner Arbeit beschäftigte sich Kang mit einem wirtschaftlich sehr wichtigen Problem. Bei ca. 77.000 km verlegter Gesamtschienenlänge in Deutschland fällt auf, dass der Fokus auf den Fahrzeugen und den Bauwerken liegt, aber die hoch belasteten Verschleißteile im Gleis in der Forschung relativ unbeachtet bleiben. Die Ergebnisse der Forschungsarbeit wurden bereits bei der Planung von mehreren Großbrücken eingesetzt, was zum Entfall von Schienenauszügen führte, wodurch nicht nur erhebliche finanzielle Mittel eingespart wurden, sondern auch die rechnerische Dauerhaftigkeit der Gleiskonstruktion verbessert wurde.

Messerundgang mit vielen Weltpremieren

Als Abschluss der Eröffnung fand der offizielle Messerundgang statt, bei dem die Ehrengäste in Begleitung des Verbandes das Messegelände und ausgewählte Aussteller besichtigten. Besonderes Augenmerk galt dabei den auf der iaf vertretenen Weltpremieren, die von den jeweiligen Unternehmensvertretern vorgestellt wurden.

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