Die 27. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf)

Die weltweit größte Ausstellung Fahrwegtechnik ging erfolgreich zu Ende – ein Rückblick

Neben imponierenden Fahrzeugen und Techniken standen der Austausch untereinander, das Pflegen von Geschäfts- und Netzwerkkontakten und das erweiterte Weiterbildungs- und Seminarprogramm des iaf Salons im Mittelpunkt.
Es waren also drei ereignis- und erfolgreiche Tage, an denen Ingenieure, Technikexperten, Besucher und Aussteller gleichermaßen begeistert waren von den Exponaten und vom professionellen interdisziplinären Dialog.
Damit ist die iaf einer der spektakulärsten Treffpunkte der globalen Bahn-Branche und bleibt weiterhin die weltweit größte Ausstellung auf dem Gebiet der Fahrwegtechnik.

Eröffnung und Verleihung des VDEI-Förderpreises

Am 30. Mai wurde die iaf vom Vorstandsvorsitzenden der DB Netz AG Frank Sennhenn, vom Münsteraner Bürgermeister Gerhard Joksch, von Wolfram Neuhöfer vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur und von VDEI-Präsident Dr.-Ing. Thomas Mainka feierlich eröffnet.
Frank Sennhenn zeigte sich mehr als beeindruckt: Die iaf sei einzigartig, da hier auf dem Freigelände und im Messe-Bahnhof die Maschinen und Technologien einer ganzen Branche gezeigt würden und die Zukunft der Fahrwegtechnik quasi „zum Anfassen“ nah sei.
Gerhard Joksch begrüßte alle Besucher der Messe im Namen der Stadt und freute sich über das große Interesse an dem umweltschonenden und sicheren Verkehrsmittel Bahn. Es käme darauf an, dass Münster als wichtiges Zentrum in der Region noch besser an das Fernbahnnetz angeschlossen und weitere Chancen im Nahverkehr genutzt würden, so der Bürgermeister.
VDEI-Präsident Dr.-Ing. Thomas Mainka freute sich ebenfalls über die zahlreichen Gäste, die zum Messestart gekommen waren. Als Münsteraner sei es ihm eine ganz besondere Ehre, so viele Bahnbegeisterte zu dieser außergewöhnlichen Messe zu empfangen. Es spräche viel dafür, angesichts der großen Zukunft der Bahn im intermodalen Verkehr die Kombination „Bahn mit Fahrrad“ in Münster ausgiebig kennen zu lernen – selbstverständlich nach dem Messebesuch, so Mainka.

Während der Eröffnungszeremonie wurde der VDEI-Förderpreis 2017 verliehen, der traditionell alle vier Jahre zur iaf eine herausragende Arbeit von Studenten oder Jungingenieuren auszeichnet. Eine Jury aus Mitgliedern des VDEI-Präsidiums und des VDEI-Beirates hatte unter den eingereichten Arbeiten im Vorfeld ausgewählt. VDEI-Vizepräsident Dr.-Ing. Joachim Warlitz bat Preisträger Timo Strobel auf die Bühne, der für seine Arbeit „Konstruktion einer Zweikraftlokomotive für die Stuttgarter Straßenbahnen AG“ den Preis bekam. Das Preisgeld in Höhe von 2.500 EURO wurde in Form eines symbolischen Schecks durch Frank Sennhenn überreicht. Timo Strobel präsentierte eindrücklich und mitreißend seine Arbeit und war anschließend umringt von den anwesenden Unternehmern, die sich seine Visitenkarte sicherten.

Eröffnungs- und Presserundgang mit den Ehrengästen

Im Anschluss an die Eröffnungszeremonie versammelten sich die Gäste zu einem repräsentativen Rundgang über die Messe. Nach einem kurzen Empfang am Stand des Veranstalters VDEI startete man zum Stand der DVV Media Group. Hier ging es vor allem um die Erschließung der digitalen Vertriebswege für den EI, den EIK und die anderen Fachmedien auf Smartphone und E-Book. Danach ging es weiter auf das Freigelände. Auf den verschiedenen Stationen der Tour konnten sich die Teilnehmer über beeindruckende Exponate und innovative Techniken informieren.

Vom Stand der Robel Bahnbaumaschinen GmbH, auf dem moderne Batterietechnologien für die neueste Gerätegeneration präsentiert wurden, ging es weiter zum Weltmarkführer Plasser & Theurer (Bahnbaumaschinenhersteller). Hier stellte der Enkel des Unternehmensgründers und heutiger Geschäftsführer Johannes Max-Theurer die neuste Generation von Hybridmaschinen unter dem Label E³ vor. Dabei wird für die Fahrt zur Baustelle die meist vorhandene Oberleitung genutzt. Aber auch auf der Baustelle kann die „Energie von oben“ genutzt werden, wenn sie aus Arbeitsschutzgründen nicht abgeschaltet sein muss. Präsentiert wurden dabei eine Weichenstopfmaschine und ein HTW zur Montage und Instandhaltung der Oberleitung.

Die Vossloh AG präsentierte ihr gesamtes Spektrum neuester Schienenbefestigungen zur Minimierung von Schall und Erschütterungen. Ein weiterer Schwerpunkt war die Bearbeitung der Schienenoberfläche, um die Liegedauer zu verlängern und damit die Lebenszykluskosten zu reduzieren.

Bei Geismar / CEMAFER (Bahnbaumaschinenhersteller) konnte man sich über Geräte und Maschinen zum Bau und zur Instandhaltung der Schieneninfrastruktur umfassend informieren. Das größte Exponat war die „Draisine“ ES 901, ein vierachsiges Instandhaltungsfahrzeug mit einem breiten Einsatzspektrum für die Oberleitung.

Bei Kranunion / Kirow präsentierte Geschäftsführer Ludwig Koehne einen Kran und den dazu passenden Switch Tilter (Weichentransportwagen). Der gemeinsame Einsatz optimiert den Transport und die Verlegung von Weichengroßteilen und minimiert die für den Umbau erforderlichen Sperrzeiten.

Am Stand von SPENO International, der als Bahnhof gestaltet war, wurden die modernsten Technologien für die Erfassung der Oberflächengüte der Schienen demonstriert. Auf Basis dieser Messergebnisse wird die optimale Schleiftechnologie für die Schienenoberflächen ermittelt und angewendet.

Beim zuletzt besuchten Stand von MATISA (Bahnbaumaschinenhersteller aus der Schweiz) zeigte man sich beeindruckt von der Vielfalt der angebotenen Technologien. Die Stopfmaschine B 66 UC wurde während der Messe feierlich an den Kunden MONTI übergeben.

Schirmherrschaft

Die Schirmherrschaft hatte der Bundesminister für Verkehr und Digitale Infrastruktur Alexander Dobrindt bereits zu Beginn des Jahres übernommen. Der Eröffnungszeremonie und dem Rundgang konnte er nicht persönlich beiwohnen. In seinem Schreiben an die iaf Organisatoren hob er im Vorfeld jedoch hervor, dass Deutschlands Erfolgsgeschichte unauflöslich verbunden sei mit der Eisenbahn. Diese Erfolgsgeschichte trage insbesondere die Handschrift der Unternehmen und Forschungseinrichtungen im Bereich Fahrwegtechnik. Sie hätten mit ihren Produkten und Innovationen die Leistungsfähigkeit der Schieneninfrastruktur immer wieder gestärkt – und sie ausgerichtet auf die Verkehrszuwächse der Zukunft. Auf der iaf sei dies bereits hautnah erlebbar.

Dobrindt wünschte in seinem Grußwort allen Ausstellern und Gästen viel Erfolg, einen gewinnbringenden Austausch und spannende Inspirationen.

Die iaf fördert den Nachwuchs

Neben den technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Fahrwegtechnik standen in diesem Jahr die Fortbildung und die Nachwuchsförderung im Fokus. Nachfolgende Generationen sollten für den beruflichen Einstieg in die Bahn-Branche begeistert werden.

Die Organisatoren hatten hierfür am so genannten Karrieretag, dem 1. Juni, einen geführten Rundgang konzipiert. Verschiedene Berufsbilder im Bereich Bahn wurden präsentiert vom Eisenbahningenieur, Entwickler, Planer über den Marketingverantwortlichen bis hin zum Produktdesigner. Hochschulen, die Studiengänge und Ausbildungsmöglichkeiten im Bereich Schienenverkehr und Bahntechnik anbieten, waren eingeladen, mit ihren Studenten an dem Rundgang teilzunehmen. Das Angebot wurde gut angenommen.

Der Branchennachwuchs wurde von iaf Ausstellern begrüßt und intensiv in den jeweiligen Unternehmensschwerpunkt eingeführt. Selbstverständlich durften die Studenten bei den Maschinen zum Teil selbst Hand anlegen und wurden abschließend reich beschenkt. Fazit: Glückliche Studenten, die diese Erfahrung an die Kommilitonen weitergeben werden, und zufriedene Repräsentanten von Unternehmen, die angesichts der motivierten Jugend die Zukunft ihrer Branche sehr positiv sehen.

Auch die iaf Jobbörse widmete sich dem Nachwuchs. Vor Beginn der Messe konnten Aussteller ihre Stellenanzeigen auf der iaf Website veröffentlichen und sie vor Ort in Halle Nord aushängen. Studenten, junge Bahningenieure und Azubis konnten so mit potentiellen künftigen Arbeitgebern Kontakt aufnehmen – eine win-win-Situation für beide Seiten.

Darüber hinaus gab es den Career Point, der täglich am VDEI Stand stattfand. Young Professionals der Branche hielten Vorträge, in denen sie die Arbeitswelt Gleisbau vorstellten. Aktuelle Erfahrungsberichte und ein Überblick, welche Karrierechancen Berufsanfängern geboten werden, rundeten das Programm ab.

Nach der iaf ist vor der iaf. Save the dates!

Die iaf fand bereits zum fünften Mal in Münster statt. Der VDEI veranstaltet die große iaf alle vier Jahre. Damit für die Fachwelt nicht zu viel Zeit zwischen den Branchentreffs vergeht, wurde 2011 der iaf Kongress BahnBau ins Leben gerufen. Seitdem werden Messe und Kongress alle zwei Jahre im Wechsel angeboten.

Der kommende iaf Kongress BahnBau wird am 22. und 23. Mai 2019 in Münster stattfinden. Dort werden wieder die Vorstände der Netzbetreiber aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Frankreich zusammentreffen, um Resümee zu ziehen und den Ausblick in die Zukunft zu wagen. 

Freuen darf man sich auf Experten und Repräsentanten von Firmen, die Themen rund um die Eisenbahninfrastruktur fundiert und umfassend diskutieren. Mit dem iaf Kongress BahnBau wird der Schienenverkehrstechnik-Branche ein wichtiges Forum für den Fachdiskurs geboten. Denn Themen wie die Zunahme von Warenströmen, umweltpolitische Richtlinien, länderübergreifende Verkehre, Streckenauslastung und Kapazitätsengpässe werden die Bahnexperten in den nächsten Jahren herausfordern.

Die nächste iaf Messe ist vom 18. bis 20. Mai 2021 geplant.

Erste Aussteller-Anfragen für 2021 liegen bereits vor, und ab 2020 wird man sich wieder anmelden können.

So kurz nach Ende der Messe kann man durchaus positive Bilanz ziehen und zuversichtlich auf die kommenden iaf Veranstaltungen blicken. Es ist auch in diesem Jahr gelungen, den Besuchern die neuesten weltweiten Trends bei Bau und Instandhaltung der Eisenbahninfrastruktur in den Hallen und auf den Gleisen direkt am Messegelände zu präsentieren – eine enorme logistische Herausforderung. Zufriedene Aussteller und gute Besucherzahlen bestätigen, dass sich die Anstrengung auch dieses Mal wieder gelohnt hat. Für die kommende iaf 2021 werden jetzt schon neue Ausstellungsflächen konzipiert. Man darf gespannt sein!

Freuen Sie sich jetzt aber erst einmal auf den iaf Kongress 2019!

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