Geschichte
Die 1. Oberbauchfachtagung
Im Mai 1955 fand in Frankfurt am Main die erste Oberbaufachtagung statt. An die Tagung angeschlossen war eine kleine Messe, die Gleisbaumaschinen und -geräteausstellung – der Vorläufer der heutigen iaf. Der Austausch mit anderen Experten war für die Fachleute der Deutschen Bahn damals wie heute besonders wichtig.
Unter dem Namen „Internationale Gleisbaumaschinen- und Geräteschau“ fand die Messe nun alle drei Jahre begleitend zur Oberbaufachtagung statt. Als Austragungsort wählten die Veranstalter den Frankfurter Güterbahnhof. In den 1960er Jahren wurde die Messe nach Innsbruck in Österreich (1963) oder Obermodern in Frankreich (1969) verlagert. Vor allem seit Beginn den Neunziger Jahre variiert der Messestandort häufiger. So fand die 19. Internationale Gleisbaumaschinen- und Geräteschau“ 1990 in Zürich statt. Auf dem Gelände der S-Bahn Zürich stellten 90 internationale Firmen auf dieser bis dahin größten und bedeutendsten Spezialausstellung für Oberbautechnik die neuesten technischen Entwicklungen vor. Insgesamt 20.000 Besucher kamen damals aus aller Welt nach Zürich.
Innovationssprung in den 90ern
In Bad Vilbel fand die Messe 1993 statt. Der Eisenbahnoberbau hatte bis zu diesem Zeitpunkt einen großen Innovationssprung erfahren. Auf der Schiene waren Geschwindigkeiten von 300 km/h und mehr möglich geworden. Entsprechend sind auch die Anforderungen an den Oberbau, insbesondere in Herstellung und Instandhaltung, gestiegen. Entscheidend für die Mechanisierung der Oberbauarbeiten war dabei auch die Nutzung von Hydraulik und Elektronik, etwa durch den Einsatz von Mikroprozessoren. Die Computer hielten damit mehr und mehr Einzug in das Bahnwesen. Zudem machte sich der politische Umbruch durch die Wiedervereinigung auch im Bahnwesen bemerkbar.
Die Deutsche Bahn AG
1994 entstand aus der Deutschen Bundesbahn und der Deutschen Reichsbahn, der Staatsbahn der DDR, die Deutsche Bahn AG. Damit änderten sich zwar die wirtschaftspolitischen Grundlagen des Bahnwesens in der Bundesrepublik, nach wie vor war die Schienen- und Fahrwegtechnik in Deutschland und Europa jedoch ein bedeutender Wirtschaftszweig. Dies zeigte sich auch auf der 21. Internationalen Gleisbaumaschinen- und Geräteausstellung 1996 in Hannover. Auf den Ausstellungsflächen des Messegeländes waren nun schon 140 Firmen aus 13 Nationen versammelt. Die Messe des VDEI bildete damit eine der wichtigsten Spezialausstellungen für Oberbautechnik weltweit.
Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf)
1999 wurde aus der Internationalen Gleisbaumaschinen- und Geräteausstellung schließlich die „22. Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik (iaf)“. Die iaf fand nach wie vor im dreijährigen Turnus statt – stets gekoppelt an die jährliche Oberbaufachtagung, die bis heute ebenfalls vom VDEI veranstaltet wird.
Nach 1996 stand das Messegelände in Hannover aufgrund der Vorbereitungen für die Expo 2000 nicht mehr zur Verfügung. Das neue Messegelände musste nun die Anforderungen an die Größe des Geländes und an die erforderliche Eisenbahninfrastruktur erfüllen. Die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) stellten daraufhin dem VDEI das ausgedehnte Gelände des Wiener Nordwestbahnhofs für die „Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik“ zur Verfügung. Die Ausstellerzahl erhöhte sich in diesem Jahr nochmals auf 150, die Besucherzahl lag bei rund 15.000.
Münster - Gleise mit Geschichte
Eine der Hauptattraktionen der iaf - Internationale Ausstellung Fahrwegtechnik wird auch 2013 wieder die Präsentation der Maschinen und Geräte für Bau und Instandhaltung des Eisenbahnfahrwegs. Die unmittelbare Nähe der Gleise des Bahnhofes Münster Ost zum modernen „Messe- und Congresscentrum Halle Münsterland“ machten die moderne iaf, wie sie seit 2003 stattfindet, erst möglich.
Der Bahnhof Münster Ost der Westfälischen Landes-Eisenbahn wurde zusammen mit der Strecke Neubeckum – Münster am 30. September 1903 eröffnet. Bis zum 27. September 1975 fand dort sogar noch Personenverkehr statt. Es ist also nicht zu leugnen, dass die Gleisanlage bereits etwas in die Jahre gekommen war, als die iaf 2003 zum ersten Mal in Münster stattfand.
Dies bot zum einen den einmaligen nostalgischen Kontrast: Auf altertümlichen Gleisen, die aus der Gründerzeit stammten und eigentlich ins Museum gehörten, wurden ab 2003 hochmodernste Gleisbaumaschinen präsentiert.
Zum anderen wurden der Aufbau der Außenausstellung und die Fahrzeugpräsentationen leider immer erschwerlicher.
Moderne Zeiten
Die WLE hat seit der letzten iaf 2009 kräftig investiert und aufgerüstet. Die Gleise 1, 3 und Teile von Gleis 13 wurden modernisiert. Sie präsentieren sich jetzt mit Schienen der Form S49 auf Betonschwellen mit zeitgemäßen Schienenbefestigungsmitteln. Zwar haben diese ein bewegtes erstes Leben hinter sich, eignen sich aber für den Zweck hervorragend.
Der VDEI packt mit an!
In unmittelbarer zeitlicher Nähe vor der Messe wurden die Gleisanlagen des Bahnhofes erneuert. Die Gleise 1 und 3 wurden bereits 2012 durch die WLE umgebaut. In Kooperation mit der DB Bahnbaugruppe GmbH und der STRABAG Rail GmbH erfolgte im April 2013 der Umbau des Gleises 2 im Bahnhof. Besonders die Lehrlinge der Bahnbaugruppe packten tatkräftig mit an, um den immer wieder verschobenen Bautermin im April 2013 zu realisieren.
Das Besondere daran: Die Gleise werden nach Abschluss der Arbeiten auch wirklich befahren und nicht, wie auf einem Lehrgelände üblich, wieder abgerissen und für den nächste Lehrlingstrupp bereit gehalten. Die Gleisanlage des Bahnhofes präsentiert sich nun in einem Zustand, der auch in den kommenden Jahren den modernsten Anforderungen der iaf entsprechen wird.
